Am heutigen Montag hat in Rostock das 26. Schiffsarchäologische Seminar der Gesellschaft für Schiffsarchäologie e.V. begonnen. In 6 Tagen erhalten die Teilnehmenden aus dem gesamten Bundesgebiet auf dem Jugendschiff Likedeeler geballtes Wissen zur Schiffs- und Unterwasserarchäologie. Das Seminar ist vom Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten MV gefördert und soll den Tauchern die Faszination für die Denkmale unter Wasser und ihre Schutzwürdigkeit vermitteln. "Jedes Jahr bilden wir Studierende und interessierte Sporttaucher aus, wie sie einen archäologischen Fundplatz unter Wasser erkennen, dokumentieren und melden können" sagt Henrik Pohl, Dozent des Schiffsarchäologischen Seminars. Und zur Dokumentation gehören zum Beispiel die Verortung eines Neufundes, die Vermessung und Zeichnung, die Aufnahme konstruktiver Details aber auch moderne Methoden wie die dreidimensionale Digitalisierung der Fundplätze. Morgen steht der Wind günstig und so wenden die Teilnehmer die erlernten Messmethoden an einem Schiffswrack und einer Befestigungsanlage in der Warnemünder Bucht an.
Nach Absolvierung der theoretischen Ausbildung und den praktischen Übungen unter Wasser erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat des Veranstalters und können Leistungspunkte von Sporttauchverbänden, unterwasserarchäologischen Initiativen und einigen Universitäten beantragen. In Mecklenburg-Vorpommern qualifizieren sich engagierte Taucher für die Ernennung zum Ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger durch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege. Ein Ausflug in die neuen Fundwerkstätten des Landesamtes steht ebenfalls auf dem Programm. In Schwerin erhalten die Teilnehmenden Einblicke in die Fundverwaltung, Nassholzkonservierung und Denkmalschutzgesetze Mecklenburg-Vorpommerns. Zu historischem Bootsbau und die lokale Schifffahrtsgeschichte lernen die Seminarteilnehmer Wissenswertes im Rostocker Schifffahrtsmuseum. "Die vielen Partnerschaften und Möglichkeiten bereichern das Seminar, natürlich auch für die Teilnehmer,“ so Martin Siegel, Vorsitzender der Gesellschaft für Schiffsarchäologie. „Wir haben ein großes Ziel erreicht, wenn die Teilnehmenden den Denkmalschutzgedanken als Multiplikatoren mit nach Hause in ihre Tauchcommunities nehmen, ein besseres Verständnis für unsere aufwändige Arbeit entwickeln und ihr Wissen zum Schutz der Denkmale anwenden können und werden."
GfS, 24.08.2026 Martin Siegel
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Bild1 (GfS-MartinSiegel) Dozent Henrik Pohl stellt Seminarablauf vor

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Bild2 (GfS-MartinSiegel) Vermessungsübungen an 100 Jahre altem Schiffswrack

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Bild3 (GfS-MartinSiegel) Die Teilnehmenden des 26. Schiffsarchäologischen Seminars

SAS FB
Logo des Schiffsarchäologischen Seminars

Pressemitteilung zum 21.08.2026 - Internationaler Tag des Kulturerbes unter Wasser

Ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger in MV stellen das FREIWASSERMUSEUM-DIGITAL vor

Nicht nur an Land finden wir ein reiches kulturelles Erbe, sondern auch verborgen unter der Wasseroberfläche der Meere, Seen und Flüsse. Am Grund unserer Gewässer schlummern archäologische Highlights, die von erheblicher Bedeutung für das Verständnis vergangener Zeiten sind. Auch die Ostsee und Mecklenburg-Vorpommerns Seen, Flüsse und Moore sind voll von Zeugnissen aus unterschiedlichen Epochen, von denen wir bisher aber nur einen Bruchteil kennen.

Zum heutigen Internationalen Tag des Kulturerbes unter Wasser stellen Unterwasserarchäologen und Denkmalpfleger des Bundeslandes das FREIWASSERMUSEUM-DIGITAL (FWM-D) vor. Auf der Seite www.freiwassermuseum-digital.de erhalten interessierte Bürgerinnen und Bürger, Gäste und Fachleute barrierefreie und spannende Einblicke in die maritime Geschichte, konserviert in mehreren tausend Fundplätzen in den Gewässern Mecklenburg-Vorpommerns. Moderne Methoden erlauben heute die Berechnung digitaler 3D-Modelle und die anschauliche Bereitstellung als Allgemeingut für die Öffentlichkeit. Gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten MV und das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege MV wird ein webbasierter Zugang geschaffen, auf dem dreidimensionale Modelle und Informationen zu den Fundplätzen bereitstehen. Bei der Plattform FWM-D handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der im Bundesland aktiven Vereine des Landesverbandes für Unterwasserarchäologie MV e.V. und Archaeomare e.V. Zahlreiche weitere Modelle liegen vor oder werden in der nächsten Zeit erstellt und in den kommenden Monaten und Jahren hochgeladen. „Das Projekt soll vernetzen und lebt von der Mitwirkung aller Unterwasserarchäologen, ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger und Sporttaucher, die in unseren Gewässern 3D-Modelle erzeugen. So können wir gemeinsam ein Bild vom Wert und der Vielfalt des regionalen Unterwasserkulturerbes zeichnen und vermitteln.“ sagt Kai Schaake vom Landesverband für Unterwasserarchäologie MV.

Bei mehr als 3.000 bekannten Fundplätzen in den Gewässern Mecklenburg-Vorpommerns handelt es sich beim FREIWASSERMUSEUM-DIGITAL um ein dynamisches Angebot. Neben dem Einpflegen vorliegender und neuer Modelle muss die Plattform für eine breite Nutzung beworben werden. In Zukunft wollen die Projektpartner detailliertere Informationen zu einzelnen Fundplätzen auf der Homepage bereitstellen. Jetzt darf aber erstmal am Smartphone oder Computer gestöbert, betrachtet und gedreht werden. Und vielleicht entsteht zu den Fundplätzen ein konstruktiver und fachlicher Austausch mit Menschen, die nicht zu den Schiffswracks, Hafenanlagen oder Siedlungsplätzen tauchen können.

Martin Siegel und Kai Schaake

Der heutige Tag wurde von der UNESCO zum Internationalen Tag des Kulturerbes unter Wasser erklärt. Daher möchten wir darauf aufmerksam machen, dass unser Kulturerbe – ob bekannt oder unbekannt – durch illegale Bergungen, kommerzielle Nutzung des Meeresgrundes oder Seebodens, Tourismus und Klimawandel (Niedrigwasser, Trockenheit, Stürme) gefährdet ist.

Teile von Deutschlands Meeren und Seen befinden sich in Gebieten, für die bisher nicht geklärt wurde, wer denkmalpflegerisch zuständig ist. Zum Schutz dieses Kulturerbes müssen Zuständigkeiten und Meldewege festgelegt werden, um eine effektive Zusammenarbeit auf nationaler und internationaler Ebene zu gewährleisten. Hierfür ist die Ratifizierung des UNESCO-Übereinkommens zum Schutz des Unterwasserkulturerbes von 2001 durch Deutschland und Österreich dringend notwendig. Dies und die damit verknüpften Ausführungsgesetze würden es ermöglichen, die Denkmale verantwortungsvoll – auch unter Wasser – zu betreuen und für unsere Nachkommen bestmöglich zu erhalten.

Bild1 Logo FWM D Weiß blau

Logo des FREIWASSERMUSEUM-DIGITAL 

Bild2 Taucher kl

 Falk Vollnhals - Taucher fotografiert mittelalterliches Wrack für 3D-Modell

Bild3 Einbaum

GfS-Rostock - 3D-Modell eines über 2000 Jahre alten Einbaus im Schweriner See

Bild4 Kompass

 LAKD MV - 3D-Scan des Schiffskompasses des Schlepperwracks vor Warnemünde

Bild5 Schlepper

GfS-Rostock - 3D-Modell eines 100 Jahre alten Schleppers in der Warnemünder Bucht

Bild5 Archaeomare Messingwrack

Archaeomare - 3D-Modell eines Holzwracks am Gellort vor Rügen

Bild6 UWA VP MyndenWittow

UWA VP - 3D-Modell der kleinen Fregatte Mynden, die 1718 auf dem Arkona Riff sank

Unser Vereinsmitglied Andreas Trepte von www.unterwasserproduktionen.de zeigt den Warnemünder Schlepper in gutem Erhaltungszustand mit vielen Details. Ab sofort auch zu entdecken bei geführten Tauchausfahrten im Freiwassermuseum MV.
www.gfs-rostock.de
http://freiwassermuseum.de
(gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten MV)

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Wir haben ein neues Fördermitglied im Verein... Bereitgestellt von einem Freund der Unterwasserarchäologie wird unser neuer Kollege in tieferen Gewässern, beim Sondieren von Fundplätzen unterstützen oder im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit auch Nichttauchenden Unterwasser-Live-Einblicke ins Freiwassermuseum geben. Er hat noch keinen Namen, freut sich aber sehr auf die Zusammenarbeit, wie die Freudensprünge beim ersten Kontakt mit Rostocker Wasser zeigten. 
Am Samstag, den 08.08.26 findet am FV Jugendschiff Likedeeler das Open Ship zur Hanse Sail statt. Dort stellen wir Euch zwischen 11 und 17 Uhr das neue Mitglied vor und sind wieder mit Infostand und Virtuellem Tauchgang vertreten.
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Unsere letzte Woche stand ganz im Sinne der Teilhabe. Der barrierefreie Tauchgang auf den Sommerfesten bei FROG Rehatechnik (Kinder-Reha) und in der Scheel-Schule (Förderzentrum körperliche & motorische Entwicklung) ermöglichte vielen Kindern und Erwachsenen spannende Einblicke. Die 3D-Drucke machten Teilnehmenden mit Sehbehinderung das Unterwasserkulturerbe erlebbar. Zudem freuen wir uns auf neue Kooperationen, z.B. mit der Nurse Club Stiftung (Nurse Club Rostock & Ostsee Intensivpflege). Morgen trefft Ihr uns 10-15 Uhr auf dem KinderUmweltFest im IGA Park in Rostock Schmarl.

Die Projekte der GfS e.V. werden vom Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten MV und vom Amt für Kultur, Denkmalpflege und Museen Rostock gefördert

GfS 20260709 Scheel FROG Kopie

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