Pressemitteilung zum 21.08.2026 - Internationaler Tag des Kulturerbes unter Wasser
Ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger in MV stellen das FREIWASSERMUSEUM-DIGITAL vor
Nicht nur an Land finden wir ein reiches kulturelles Erbe, sondern auch verborgen unter der Wasseroberfläche der Meere, Seen und Flüsse. Am Grund unserer Gewässer schlummern archäologische Highlights, die von erheblicher Bedeutung für das Verständnis vergangener Zeiten sind. Auch die Ostsee und Mecklenburg-Vorpommerns Seen, Flüsse und Moore sind voll von Zeugnissen aus unterschiedlichen Epochen, von denen wir bisher aber nur einen Bruchteil kennen.
Zum heutigen Internationalen Tag des Kulturerbes unter Wasser stellen Unterwasserarchäologen und Denkmalpfleger des Bundeslandes das FREIWASSERMUSEUM-DIGITAL (FWM-D) vor. Auf der Seite www.freiwassermuseum-digital.de erhalten interessierte Bürgerinnen und Bürger, Gäste und Fachleute barrierefreie und spannende Einblicke in die maritime Geschichte, konserviert in mehreren tausend Fundplätzen in den Gewässern Mecklenburg-Vorpommerns. Moderne Methoden erlauben heute die Berechnung digitaler 3D-Modelle und die anschauliche Bereitstellung als Allgemeingut für die Öffentlichkeit. Gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten MV und das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege MV wird ein webbasierter Zugang geschaffen, auf dem dreidimensionale Modelle und Informationen zu den Fundplätzen bereitstehen. Bei der Plattform FWM-D handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der im Bundesland aktiven Vereine des Landesverbandes für Unterwasserarchäologie MV e.V. und Archaeomare e.V. Zahlreiche weitere Modelle liegen vor oder werden in der nächsten Zeit erstellt und in den kommenden Monaten und Jahren hochgeladen. „Das Projekt soll vernetzen und lebt von der Mitwirkung aller Unterwasserarchäologen, ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger und Sporttaucher, die in unseren Gewässern 3D-Modelle erzeugen. So können wir gemeinsam ein Bild vom Wert und der Vielfalt des regionalen Unterwasserkulturerbes zeichnen und vermitteln.“ sagt Kai Schaake vom Landesverband für Unterwasserarchäologie MV.
Bei mehr als 3.000 bekannten Fundplätzen in den Gewässern Mecklenburg-Vorpommerns handelt es sich beim FREIWASSERMUSEUM-DIGITAL um ein dynamisches Angebot. Neben dem Einpflegen vorliegender und neuer Modelle muss die Plattform für eine breite Nutzung beworben werden. In Zukunft wollen die Projektpartner detailliertere Informationen zu einzelnen Fundplätzen auf der Homepage bereitstellen. Jetzt darf aber erstmal am Smartphone oder Computer gestöbert, betrachtet und gedreht werden. Und vielleicht entsteht zu den Fundplätzen ein konstruktiver und fachlicher Austausch mit Menschen, die nicht zu den Schiffswracks, Hafenanlagen oder Siedlungsplätzen tauchen können.
Martin Siegel und Kai Schaake
Der heutige Tag wurde von der UNESCO zum Internationalen Tag des Kulturerbes unter Wasser erklärt. Daher möchten wir darauf aufmerksam machen, dass unser Kulturerbe – ob bekannt oder unbekannt – durch illegale Bergungen, kommerzielle Nutzung des Meeresgrundes oder Seebodens, Tourismus und Klimawandel (Niedrigwasser, Trockenheit, Stürme) gefährdet ist.
Teile von Deutschlands Meeren und Seen befinden sich in Gebieten, für die bisher nicht geklärt wurde, wer denkmalpflegerisch zuständig ist. Zum Schutz dieses Kulturerbes müssen Zuständigkeiten und Meldewege festgelegt werden, um eine effektive Zusammenarbeit auf nationaler und internationaler Ebene zu gewährleisten. Hierfür ist die Ratifizierung des UNESCO-Übereinkommens zum Schutz des Unterwasserkulturerbes von 2001 durch Deutschland und Österreich dringend notwendig. Dies und die damit verknüpften Ausführungsgesetze würden es ermöglichen, die Denkmale verantwortungsvoll – auch unter Wasser – zu betreuen und für unsere Nachkommen bestmöglich zu erhalten.

Logo des FREIWASSERMUSEUM-DIGITAL

Falk Vollnhals - Taucher fotografiert mittelalterliches Wrack für 3D-Modell

GfS-Rostock - 3D-Modell eines über 2000 Jahre alten Einbaus im Schweriner See

LAKD MV - 3D-Scan des Schiffskompasses des Schlepperwracks vor Warnemünde

GfS-Rostock - 3D-Modell eines 100 Jahre alten Schleppers in der Warnemünder Bucht

Archaeomare - 3D-Modell eines Holzwracks am Gellort vor Rügen

UWA VP - 3D-Modell der kleinen Fregatte Mynden, die 1718 auf dem Arkona Riff sank